HauptseiteWiiNintendo DS | Xbox 360 | PlayStation 3 | PlayStation Portable | PC | iPhone | Kino | Forum
Registrieren 
Werbung
Test
LostWinds Test
Artikel erstellt von VioletFlame am 21.05.2008 | 0 Kommentar(e)
USK
Medium:
WiiWare
Genre:
Jump & Run
Release:
20.05.2008
Release-Preis:
1000 Wii-Punkte
Spieler:
1-2
Sprache:
Deutsch
Steuerung:
Wii-Remote / Nunchuk
Auflösung:
480p
Screenshots:
Jede Konsole und jeder neue Service benötigt zumindest ein Zugpferd, mit dem man die Stärken des neuen Produkts unterstreichen kann. Bei Nintendos Download-Service WiiWare wurde diese Rolle dem malerischen Jump & Run LostWinds zugesprochen, das bereits im Vorfeld durch seine interessanten Ideen und den sympathischen Stil von sich reden machte. Mittlerweile steht der Titel auch hier zu Lande zum Download bereit und kann für 1.000 Wii-Punkte erworben werden. Für uns Grund genug, das interessante Abenteuer einmal unter die Lupe zu nehmen und uns zu vergewissern, ob die Vorschusslorbeeren auch verdient waren.

In LostWinds übernehmt ihr die Kontrolle über den jungen Toku, der sich im Prinzip deutlich von den sonstigen Helden der Branche unterscheidet. Er genoss keine Ausbildung im Umgang mit Waffen, bietet körperlich keine Merkmale, die ihn auszeichnen, und ist auch sonst ein ganz normaler Junge ohne übermenschliche Fähigkeiten. Erst als er auf einen geheimnisvollen Geist namens Enril trifft, wird deutlich, dass ihm das Schicksal dennoch einen wichtigen Platz in der Geschichte zugewiesen hat. So steht die malerische Welt von Mistralis kurz vor ihrer Zerstörung, da sich ein gefährlicher Geist aus seinem magischen Gefängnis befreien konnte und nun Chaos über die Welt zu bringen droht. Die Geschichte könnte aus jedem X-beliebigen Titel stammen und bietet eigentlich keinerlei Besonderheiten. Sie wird in kleinen Zwischensequenzen, die in Echtzeitgrafik gehalten wurden, weitererzählt und untermalt das Geschehen so dementsprechend. Dass die Geschichte nicht über den Standard der Branche hinausgeht, ist allerdings auch nicht weiter tragisch, da in LostWinds ohnehin schnell die spielerische Umsetzung in den Mittelpunkt rückt. Würde man versuchen, das Abenteuer krampfhaft in eine Genre-Schublade zu stecken, dann erwartet euch hier eine gesunde Mischung aus einem Jump & Run und einem Puzzler, die vor allem vom Einsatz der Wii-Remote profitiert. Wie eingangs erwähnt, verfügt der Protagonist Toku über keine herausragenden Fähigkeiten, was dazu führt, dass man diesen lediglich mit dem Analog-Stick des Nunchuk durch die verschiedenen Areale steuert, während er kleinere Hürden automatisch bewältigt. Um die eigene Energieleiste, die sich natürlich durch verschiedene Missgeschicke leeren kann, wieder zu füllen, sammelt man einfach in der Welt verstreute Früchte auf, was mit der Z-Taste von statten geht. Schon in den ersten Minuten gesellt sich der Windgeist Enril zu ihm, was die spielerische Seite von LostWinds deutlich erweitert.

Mittels der Wii-Remote werdet ihr nun zum Herrscher über den Wind und könnt diesen nach Belieben einsetzen. Dies geht mit einer einfachen Handbewegung von statten, so dass beispielsweise ein Windhauch über den Bildschirm weht, wenn ihr die Wii-Remote entsprechend bewegt. Erfreulicherweise präsentiert sich die Abfrage der eigenen Bewegungen als sehr präzise und lässt euch so stets die volle Kontrolle über das Geschehen. Je nachdem, wie schnell man die Wii-Remote bewegt, weht ein kleines Lüftchen oder ein kräftiger Sturm über den Bildschirm. Dieses Feature dient natürlich nicht nur der reinen Belustigung, sondern wurde intelligent in das Spielgeschehen eingebunden. Oftmals sieht sich Toku nämlich mit Abgründen konfrontiert, die er alleine nicht bewältigen könnte. In diesen Momenten kommen die Fertigkeiten von Enril zum Einsatz. Steht man nun vor einer Schlucht, aktiviert man mit der A-Taste den Wind und befördert Toku mit einer gezielten Handbewegung über den Abgrund. Dieses Spielprinzip lässt sich ein wenig mit dem von Yoshis Abenteuer für den Nintendo DS vergleichen.

Allerdings beschränkt sich LostWinds nicht nur auf den Jump & Run-Aspekt, sondern bindet den Wind in vielerlei Hinsicht geschickt in das Geschehen ein. Mit zunehmendem Spielverlauf erlernt Enril neue Techniken, mit denen sich die verschiedenen Rätsel lösen lassen. So macht ihr euch beispielsweise daran, Wassertropfen über ausgetrocknete Pflanzen zu verteilen und diese zu neuem Leben zu erwecken, dirigiert Flammen in die Richtung von vertrocknetem Holz, um so neue Wege zu offenbaren, oder zieht mittels der Wii-Remote Kreise um wichtige Gegenstände, um diese in Tokus Nähe zu befördern. Im Bereich der Rätsel entschied man sich dazu, sich auf das Offensichtliche zu konzentrieren und bietet im Prinzip nur selten wirkliche Kopfnüsse. Egal ob tiefe Abgründe, die klassischen Schalterrätsel oder aber das Beseitigen kleinerer Kontrahenten, in der Regel liegt stets auf der Hand, was zu tun ist. Somit liegt es in erster Linie am Spieler, in wie weit er sich ohne Probleme einen Weg durch das Abenteuer bahnt. Bedingt durch die präzise Abfrage der Wii-Remote ist natürlich eine gehörige Portion Geschick gefragt. Grobmotoriker werden Toku also nicht selten in einen Abgrund oder an einen falschen Ort dirigieren. Wirkliche Kritikpunkte müsste man bei LostWinds schon mit der Lupe suchen. Wenn man wirklich einen Punkt anprangern möchte, dann den, dass das Abenteuer leider recht schnell vorbei ist. Halbwegs geübte Spieler werden leider froh sein, wenn sie am Ende eine Spielzeit von drei bis vier Stunden erreichen. Da der Titel umgerechnet nur mit zehn Euro zu Buche schlägt, ist dieses Manko allerdings sicherlich zu verschmerzen. Zumal man für die Dauer des Titels vorbildlich unterhalten wird und eindrucksvoll die Vorteile der Wii-Remote vor Augen geführt bekommt. Sieht man einmal vom spärlichen Kooperations-Modus, der mit einem Freund an der eigenen Konsole bestritten werden kann, ab, dann bieten euch die Mannen von Frontier leider nur ein bedingtes Maß an Wiederspielwert. In diesem Bereich besteht also noch deutlich Luft nach oben.

Im technischen Bereich entschied man sich für das klassische 2,5D, so dass die Hintergründe dreidimensionale Effekte bieten, während das Spielgeschehen an sich zweidimensional von statten geht. Optisch begeistert LostWinds durch seinen verträumten Stil, der die malerische Welt von Mistralis schnell zu virtuellem Leben erweckt. Sympathische Protagonisten, viele kleine Details, eine ansprechende Farbgebung und die stets flüssige Framerate machen LostWinds zum technischen Highlight des WiiWare-Launches. Musikalisch darf man sich auf entspannende Melodien einstellen, die den Charme des Spiels noch einmal unterstreichen und den einen oder anderen Ohrwurm bereithalten.
Bereits im Vorfeld wurde LostWinds von den Wii-Besitzern als neuer Standard im Jump & Run-Genre gefeiert. Und nachdem wir uns einen Weg durch die Abenteuer von Toku und Enril gebahnt haben, können wir uns den Lobeshymnen nur anschließen. Für einen Preis von umgerechnet zehn Euro bekommt man hier einen Titel geboten, der im spielerischen Bereich enorm von den Möglichkeiten der Wii-Remote profitiert und eindrucksvoll verdeutlicht, dass die Mischung aus Jump & Run und Puzzle auch heute noch ihren ganz eigenen Reiz bietet. Schade ist nur, dass die Spielzeit mit etwa drei bis vier Stunden recht knapp bemessen ist.
Gesamtwertung: 8/10
 
Werbung