
2003 hat
Capcom mit Sicherheit selbst nicht schlecht gestaunt, als der Titel
Resident Evil Zero mit einer Freigabe ab 16 Jahre von der USK bewertet wurde. Im Prinzip ist das Spiel von der Gewaltdarstellung nicht viel anders als das damals hoch gelobte Remake des ersten Teils. Das veranlasste den japanischen Hersteller sogar dazu, einen Sticker auf der Verpackung aufzubringen, um den Spieler von einer ungekürzten Fassung zu überzeugen. Das ist jedoch nicht die einzige Besonderheit.
Resident Evil Zero ist gleichzeitig der einzig exklusive Teil der Reihe, der nur auf einer
Nintendo-Konsole zu finden ist. Vor sieben Jahren musste man sich einen GameCube kaufen, um in die Vorgeschichte der Serie eintauchen zu können. Nachdem man im letzten Jahr mit relativ geringem Aufwand den ersten Teil erneut für die Wii veröffentlichte, folgt jetzt das dazugehörige Prequel. Auch wenn wir das Spiel bereits auswendig kennen, haben wir es uns nicht nehmen lassen, den Horror mit der Wii-Steuerung erneut zu erleben.
Nintendos eigene Remake-Reihe scheint etwas ins Stocken geraten zu sein. Nachdem die
Metroid Prime Trilogie im letzten Jahr erschienen ist, ist es verdächtig still geworden um die Reihe. Das ist genau der richtige Zeitpunkt für die Konkurrenz, in die Bresche zu springen. So bringt
Capcoms Resident Evil Archives: Resident Evil Zero jetzt einen weiteren Teil der eigenen Remake-Reihe auf den Markt. Wie schon bei
Resident Evil, handelt es sich dabei um ein Remake des gleichnamigen GameCube-Spiels. Folglich ist auch der Menü-Aufbau nahezu identisch. Drei Menüpunkte stehen dem Spieler, wie schon vor sieben Jahren, zur Auswahl. Auch wenn es langsam ein wenig abgedroschen klingt,
Resident Evil Archives: Resident Evil Zero ist eines der wenigen Spiele, wo man vor dem eigentlichen Spielstart bei den Optionen vorbeischauen sollte. Bei der Wii-Version ist das mehr als beim Original angebracht. Schließlich verfügt das Spiel über vier grundlegende Steuerungs- möglichkeiten, die jeweils noch in ihrer Belegung angepasst werden dürfen. Dazu aber später mehr.

Zudem handelt es sich bei
Resident Evil Archives: Resident Evil Zero um ein relativ dunkles Spiel, so dass man auch die Sichtverhältnisse an seinen Fernseher anpassen sollte. Im Gegensatz zum Vorgänger kann man diese Einstellung jetzt vom Spiel vornehmen lassen und muss nicht mühsam das Bild am TV verstellen. Hat man das Spiel nach seinen Wünschen eingestellt, darf der Betriebsausflug der S.T.A.R.S. beginnen. Drei Schwierigkeitsgrade stehen bereit, um Spielern das optimale Erlebnis zu bieten. Allerdings sollte man sich beim ersten Kontakt eines sieben Jahre alten Spiels doch erst einmal nicht mit dem härtesten Schwierigkeitsgrad anfangen, auch wenn man bereits Erfahrung mit dem Spiel hat. Die Umstellung zurück zu starren Kamera-Perspektiven erfordert etwas Eingewöhnungszeit. Allerdings fällt auf, dass das Spiel dieses Mal einen gesamten Breitbild-Fernseher ausfüllt. Zumindest im Menü. Sollte
Capcom dem Spiel wirklich einen 16:9-Modus spendiert haben? Das werden wir gleich erfahren. Statt einer Auswahl aus zwei verschiedenen Spielfiguren, wird der Spieler sofort in die Geschichte eingeführt.

In einer kleinen Stadt namens Raccoon City gehen merkwürdige Dinge vor. Menschen sterben auf eigenartige und brutale Weise. Man findet Opfer, die sogar angenagt wurden. So entsendet die Stadt eine Spezialeinheit, um die Vorfälle in den Arklay Mountains zu untersuchen. Doch die Investigationen laufen anders als geplant. Das Bravo Team von S.T.A.R.S. muss wegen eines Motorschadens am Einsatzhelikopter in einem dichten Waldstück notlanden und damit beginnt für das erste Einsatzteam das Unheil. Statt sich um die ungeklärten Mordfälle zu kümmern, finden sie einen verunglückten Gefangenentransporter vor. Die Wachleute sind tot und von dem Gefangenen fehlt jede Spur und dann führen auch noch mysteriöse Schienen durch den dichten Wald. Dank des einsetzenden Regens sucht Protagonistin Rebecca Chambers im Zug Zuflucht, wo sie auch gleich auf Billy Coen, den vermeintlichen Gefangenen trifft. Lebende Tote machen die beiden zu einem Team wider Willen und schon ist man mittendrin im Horror von
Resident Evil Zero. Anfänglich nur mit einer 9mm ausgerüstet, schlägt sich der Spieler zunächst als Rebecca durch den Zug. An jeder Ecke lauern Untote, blutrünstige Egel oder andere Monster, die der Hauptdarstellerin das Leben aushauchen wollen. Um sich die Untoten vom Hals zu halten, kann auf eine Vielzahl von Hilfsmitteln zurückgegriffen werden. Unter anderem gehören dazu Messer, die man den Monstern in höchster Not in den Leib rammen kann, wenn sie einem zu nah kommen. Im Spiel selber darf man zu den vielen unterschiedlichen Waffen greifen, die von einer Pistole, über eine Shotgun, bis zum Granatwerfer reichen. Da die Munition allerdings spärlich auffindbar ist, ist es manchmal ratsam an den Gegnern, ohne Auseinandersetzungen, vorbei zu kommen.