Vor gar nicht allzu langer Zeit hätte es niemand für möglich gehalten, dass die wohl größten Rivalen der Videospiel-Geschichte, Nintendo-Maskottchen Mario und Sega- Maskottchen Sonic einmal gemeinsame Sache machen würden. Doch in der Zwischenzeit ist viel passiert. Sega hat sich aus dem Hardware-Markt zurückgezogen und Sonic ist zu einer der erfolgreichsten Marken auf den Nintendo-Plattformen geworden. Daraus entstand natürlich eine enge Verbundenheit, so dass Sonic mittlerweile in Super Smash Bros. Brawl einen Gastauftritt hingelegt hat und Mario und Sonic gemeinsam die Olympischen Spiele bestritten haben. Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen ist zu einem der erfolgreichsten Sega-Spiele der letzten Jahre geworden und so überrascht es nicht, dass Sega dieser Tage den direkten Nachfolger, passend zu den Olympischen Winterspielen im kommenden Jahr, veröffentlicht. Doch kann Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen auf dem guten Fundament des Vorgängers aufbauen, oder versucht Sega, mit wenig Arbeit schnelles Geld zu machen? Dieser Frage geht der nachfolgende Test nach.
Startet man Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen, so kann man sich zunächst einen kleinen, gerenderten Trailer ansehen, der in die Grundidee des Wettstreits zwischen den Maskottchen und die Olympia-Thematik einführt. Ist das Video abgespielt, kann man sich per Druck auf A in das Hauptmenü begeben. Im Hauptmenü kann man zwischen Partyspielen, einem Shop für im Spiel freischaltbare Boni, Rekorde und Optionen wählen. Zudem kann man selbstverständlich unter dem Menüpunkt „Olympische Winterspiele“ das Hauptspiel wählen. Dort stehen zwei Spielmodi, der Einzelmatch-Modus und das Sportfest zur Auswahl. Zudem kann man zwischen Training und der Option Wii Balance Board wählen, die einem ermöglicht, einige Minispiele im Stil des Einzelmatch-Modus mit dem Balance Board zu spielen. Da Nintendo bisher keine Möglichkeit geschaffen hat, mit mehr als einem Balance Board zu spielen, kann dieser Modus aber nur alleine gespielt werden, wohingegen die übrigen Spielmodi mit bis zu vier Spielern an einer Konsole gespielt werden können.
Für Einzelspieler ist der Modus „Sportfest“ sicherlich der interessanteste, wenn nicht einzig interessante Spielmodus. Das Sportfest ersetzt den Zirkel-Modus aus Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen. Anstatt die Spiele in Häppchen zu unterteilen, muss der Spieler in diesem Modus alle Disziplinen des Spiels am Stück absolvieren und dabei Punkte sammeln. Das Spiel führt dabei durchgehend ein Ranking, in dem der Spieler mit Computer-gesteuerten Gegnern verglichen wird. Ziel ist es, am Ende des 17 virtuelle Tage dauernden Wettbewerbes auf dem ersten Platz zu landen. Insgesamt nimmt das Sportfest mehrere Stunden Spielzeit in Anspruch, so dass es durchaus sehr frustrierend wäre, hier nicht auf dem ersten Platz zu landen, da man, anders als im Vorgänger, nicht einfach eine kleine Gruppe von Minispielen wiederholen kann, sondern komplett von vorne loslegen muss. Die Entscheidung für diese Umstrukturierung erscheint also zweifelhaft. Insbesondere fällt dann aber, wenn man den Modus spielt, auf, dass Sega in dem Punkt Vorsorge getroffen hat. Zum einen sind die Minispiele sehr einfach, da die Gegner sehr schwach sind, zum anderen bekommt man als Spieler, durch Duelle mit Sondergegnern wie einem Riesen-Kugelwilli und Trainingsspiele, Punkte geschenkt, wodurch man sich schon automatisch von den Computergegnern abhebt. Dadurch wird der Schwierigkeitsgrad des Spiels fast auf null gesenkt. Leider leidet der Spaß am Spiel in diesem Schritt deutlich.
Die 25 Minispiele in Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen entsprechen dem Schema, welches aus dem Vorgänger bekannt ist. Das heißt, dass die Spiele relativ viele Bewegungen der Wii-Remote miteinander verbinden und man sich als ungeübter Spieler vor jedem Minispiel deutlich die Steuerung durchlesen sollte. Allerdings wurden in diesem Spiel leider einige Prinzipien überverwendet. Insbesondere das Lenken per geneigter Wii-Remote und Nunchuk wird bei etwa der Hälfte der Minispiele genutzt. 




















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